First Patient In | Studiendesign | Patientenzahl | LKP | Studienzentren |
Nov 2013 |
nicht interventionelle, prospektive Beobachtungsstudie. Keine Studie nach § 40-42 AMG. |
170 |
Dr. med. Markus Schuler, Universitätsklinikum Dresden |
Universitätsklinikum Dresden und Sarkomzentrum Berlin-Brandenburg |
Mit der demographischen Entwicklung verbunden ist eine wachsende Zahl älterer Patienten, die an einem bösartigen Tumor erkranken und versterben. Die zukünftige Herausforderung für eine individualisierte Therapie wird es daher sein, unter Berücksichtigung der speziellen Probleme und Bedürfnisse des älteren Patienten Fehleinschätzungen und damit verbundene Risiken für den Patienten zu vermeiden.
Verschiedene Arbeiten haben gezeigt, dass eine überwiegend auf Selbsteinschätzung basierende Beurteilung der Patienten hinsichtlich der Vorhersage von Toxizität der alleinigen Einschätzung durch den Arzt überlegen ist. Außerdem konnte gezeigt werden, dass zum Beispiel einzelne Elemente des verkürzten geriatrischen Assessments, zu denen Tests aus funktionellen und kognitiven Dimensionen des Patienten gehören, das Risiko für Tod innerhalb der ersten 6 Monate nach Einleitung einer Therapie abschätzen können². Die Vorhersagekraft für die Risikoabschätzung durch solche Messinstrumente konnte zuletzt zum Beispiel für das kolorektale Karzinom belegt werden.
Vor diesem Hintergrund erscheint es zwingend erforderlich, dass Therapieentscheidungen zukünftig auf der Basis solcher evidenzbasierter Erkenntnisse zur Einschätzung der Risiken getroffen werden. Die vorgelegte Studie will für den Bereich der Sarkomerkrankungen hier einen wesentlichen Beitrag liefern. Es handelt sich um eine nicht-interventionelle Studie, die als prospektive Kohortenstudie mit 170 Patienten durchgeführt wird.
Primäres Ziel der Studie ist die Erfassung der Grad 3 und 4 Toxizitäten innerhalb der ersten drei Zyklen (9 Wochen), die Erfassung von Dosisreduktionen um mehr als 25% und der ungeplanten stationären Aufnahmen im Beobachtungszeitraum. Sekundäre Zielgrößen sind die Datenqualität in der Befragung sowie Untersuchung der Praktikabilität und des Nutzens einer mobilen Plattform für die Erhebung von PROs.
Die Ergebnisse der Studie sollen zeigen, ob eines der bisher verfügbaren geriatrischen Screening Instrumente auch bei Sarkomen als prädiktive Messinstrumente eingesetzt werden können. Darüber hinaus wird die Studie zeigen, ob die elektronische Erfassung von PROs mittels iPads ein zuverlässiges und zukunftsweisendes Instrument in der Therapiesteuerung darstellt.